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HARF ZIMMERMANN /// BRAND WAND         de | en
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Die aufragenden, auf den ersten Blick leblosen Mauern aufgeschnittener Mietshäuser dominierten nach den Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg das Bild vieler deutscher Städte. Brandwände, ursprünglich in die Konstruktion des Hauses integriert und von der Straße aus nicht sichtbar, traten nun schroff hervor. In beiden Teilen Berlins und im Osten Deutschlands blieben sie über Jahrzente ein prägendes Element der Stadtlandschaft. Die ungeplanten und von vielen ungeliebten Leerstellen im urbanen Raum gaben den Städten aber gleichzeitig ein unverwechselbares Gesicht, mit den Narben der Geschichte an der Oberfläche und einem Gefühl von Freiräumen, die darauf warten, neu bespielt zu werden.

Nach dem Ende der DDR und im Zuge des seitdem anhaltenden Immobilienbooms verschwinden Baulücken und viele Altbauten im Osten Deutschlands werden saniert, ihre Brandwände meist übertüncht oder durch neue Gebäude verdeckt.

Bevor nichts mehr übrig ist, hat Harf Zimmermann über einen Zeitraum von 15 Jahren Brandwände in Berlin und anderen Ostdeutschen Städten fotografiert. Als Symbole des Zusammenbruchs, des Neubeginns wie des Scheiterns tragen die Mauern die Spuren deutschen Schicksals: Einschusslöcher, Bombensplitter, Ruß, Umrisse vergangener Gebäude, Notreparaturen und individuelle Umbauten der Bewohner. Sie sind dicht bewachsen, kahl oder verputzt und mitunter von Graffiti und Werbung überzogen.

In Harf Zimmermanns grandiosen, detailreichen Großformatfotografien spürt man tatsächlich die ganze Wucht der Deutschen Nachkriegsgeschichte. Schön anzusehen sind sie trotzdem.
 
Steidl 2015 /// 108 Pages /// 37.5 x 29.5 cm ///Hardcover, Clothbound with dust jacket /// Essay by Robert Polidori /// Englisch
 
€78.00
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