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MICHAEL WOLF /// TOKYO COMPRESSION          de | en

Für „Tokyo Compression“ hat Michael Wolf den Irrsinn des Tokioter U-Bahn Systems ins Visier genommen. Für die Aufnahmen hat er sich einen Ort ausgesucht, der ihm unbarmherzig im Minutentakt neue Bilder vor die Kamera fährt. Abertausende betreten jeden Tag für zwei oder mehr Stunden diese Untergrundhölle und rollen eingezwängt zwischen Glas, Stahl und anderen Menschen unter der Stadt zur Arbeit und zurück nach Hause. In Michael Wolfs Bildern sehen wir in zahllose Gesichter von Menschen, die auf ihre Weise versuchen, den offenkundigen Wahnsinn zu ertragen.

Vor Michael Wolf haben auch andere Künstler in der U-Bahn fotografiert, darunter so berühmte Namen wie Bruce Davidson und Walker Evans, der Ansatz und die Bildsprache von „Tokyo Compression“ aber sind neu. Michael Wolf interessiert sich nicht für Sitzpolster, Graffities, Innenarchitektur der Waggons und das Verhältnis der Metrofahrer dazu. Vielmehr hat er das Subway-System als geeigneten Ort entdeckt, um Seelen- und Aggregatzustände des Stadtvolks zu erforschen. Wolf spart sämtliches Beiwerk aus, fokussiert ausschließlich Gesichter und Figuren und schafft mit seiner radikalen Ästhetik ungeheuer intensive Bilder, die auf verstörende, ja schockierende Weise direkt in das Innenleben der Portraitierten zielen.

Mit seinem begleitenden Essay TOKYO SUBWAY DREAMS liefert Christian Schüle eine düstere Diagnose zur Masseneinsamkeit im Untergrund.

Schwer auszuhalten, dieses Buch, aber sehr, sehr gut.
 
Peperoni Books, 2010 /// 200 x 250 mm /// 112 pages /// 75 color illustrations /// hardcover /// English
 
€128.00
Vergriffen
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