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NINA POPPE /// AMA         de | en

Seeohren gelten in Asien als Delikatesse. Um die auch Abalone genannten Meeresschnecken zu fangen, muss man bis zu 20 Meter in die Tiefe tauchen. In Japan machen das seit jeher und bis heute Frauen, die voller Respekt AMA-SAN genannt werden. Ohne Sauerstoffgerät oder technische Hilfsmittel gehen sie im kalten Wasser auf die Jagd.

Frauen, die unerschrocken hinab tauchen und auf sich allein gestellt den Elementen trotzen, findet man in diesem Buch aber nur auf einigen historischen Aufnahmen. Nina Poppe zeigt uns lieber ganz unaufgeregt die Arbeit und das Leben der AMA. Sie legen Anzüge und Taucherbrillen an, mit kleinen Booten fahren sie hinaus, Flossen ragen aus der Wasseroberfläche. Daheim trocknet die Arbeitskleidung auf der Leine, in den meist kleinen einfachen Häusern wird gekocht und geputzt, Kinder laufen umher. So erleben wir überwiegend ältere Frauen, die einem höchst ungewöhnlichem Beruf nachgehen und dabei einen archaisch anmutenden Alltag leben.

Dass die Kleinen, also die Kinder und Enkel, einmal der Tradition folgen und selbst als AMA ihren Lebensunterhalt verdienen, vermag ich mir kaum vorzustellen. Und wie immer, wenn man das Gefühl hat, etwas geht unausweichlich zu Ende, mischt sich auch hier eine Prise Melancholie in die Betrachtung.
 
Kehrer, 2011 /// 194 x 240 mm /// 88 pages /// 56 color illustrations /// hardcover /// English / Japanese
 
€44.00
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